Die Geschichte von Kleinwelsbach

Der Name von Kleinwelsbach veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach:

 Zu der Ersterwähnung gibt es mehrere Daten.

1555 wird zwischen Groß- und Kleinwelsbach ein Vertrag über die Flurgrenzen abgeschlossen. Dieser Vertrag sollte Streitigkeiten wegen „Grenzübertritten“ vorbeugen.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Schule erbaut. 1599 erfolgte ein Neubau der Schule, da sie in einem schlechten Zustand war.

1666 wütete die Rote Ruhr im Ort.

1693 erfolgte eine größere Reparatur der Kirche. Das Baujahr der Kirche St. Mauritii ist unbekannt.

Herbst 1786 Versuch der Steinkohlegewinnung - Sommer 1787 Beginn mit der Aussteifung des Schachtes - wurde im Herbst 1787 wegen Unrentabilität aufgegeben. 1790 wurde der Schacht zugefüllt.

1818 wird Kleinwelsbach preußisch.

1836 erfolgte ein Anbau an die Schule.

1840 werden in der Schule zwei Klassenräume eingerichtet. Im selben Jahr wird die Pfarrerwohnung abgerissen und das Diakonat ausgebaut. Die Pfarre befand sich auf dem Grundstück der „neuen Schule“, der heutigen Gemeindeverwaltung.

1843 erfolgte eine größere Reparatur der Kirche. Es wurde ein Dachfenster an der Nordseite eingebaut. Über der bisherigen Empore wurde noch eine weitere errichtet. Anstatt des Scheibenfensters wurde ein Tafelfenster an der westlichen Seite eingebaut. Die kleinen Fenster wurden bedeutend vergrößert. Im September wurde die Kirche geweißt.

1857 war die Flurseparation beendet.

Am 20.09.1863 kam es zu einem Großbrand. Insgesamt wurden 6 Häuser und 8 Scheunen und Ställe vollständig zerstört, 1 Haus beschädigt.

1894 wird der jetzige Turm der Kirche von Zimmerermeister Schlegel aus Langensalza mit drei Glocken erbaut. Im 1. Weltkrieg (1918) Abgabe der 1806 gegossenen großen Glocke (Durchmesser 0,82 m) und der 1586 gegossenen kleinen Glocke (Durchmesser 0,54 m). Es blieb die 1571 gegossene mittlere Glocke (Durchmesser 0,65 m).

1913 Anschluss von Kleinwelsbach an die Kleinbahn. In diesem Jahr wurde die alte Pfarre abgerissen.

1914 Schulneubau auf dem Grundstück der alten Pfarre.

1926 elektrischer Strom für alle Haushalte und für die Straßenbeleuchtung.

1930 Einbau einer neuen Kirchturmuhr.

1933 wurde in der Schenke eine Posthilfsstelle eingerichtet.

1936 im Mai herrschte ein extreme Maikäferplage.

Am 02.11.1944 beschießen anglo-amerikanische Flieger die Kleinbahn. Es gab Tote und Schwerverletzte zu beklagen. Der Angriff geschah zwischen Großwelsbach und Thamsbrück. Unter den Opfern befanden sich auch drei Kleinwelsbacher.

1945 nach Kriegsende wurde ein Dorfteich, Karpfenteich genannt, angelegt.

Nach 1945 war die Mittelmühle als einzigste Mühle noch in Betrieb. Sie wurde umgestellt auf elektrischen Betrieb und war noch zu LPG-Zeiten in Betrieb. Die Dorfmühle mahlte nur noch für privat. Heute sind alle vier Mühlen nicht mehr in Benutzung.

 Am 01.09.1950 wurde die Schule in Kleinwelsbach geschlossen. Die Kinder gingen nun in Neunheilingen zur Schule. Seit 1973 besuchen die Kleinwelsbacher Kinder die Schule in Kirchheilingen.

Von 1951 bis 1954 wurde das Schulgebäude als Berufsschule genutzt. Danach war der Klassenraum Jugendzimmer für die FDJ-Grundeinheit.
Von 1956 – 1967 befand sich von Mai bis Oktober eines jeden Jahres der Erntekindergarten im ehemaligen Klassenzimmer.
1968 wurde der Klassenraum durch eine Spanplattenwand geteilt. Im vorderen Raum wurde das Gemeindebüro eingerichtet, im hinteren befand sich bis 1984 ein Jugendzimmer. Das ehemalige Jugendzimmer dient heute als Versammlungsraum.

1953 am 04.03. wurde die LPG „Vereinte Kraft“ gegründet.

1960 am 23.03. folgte die LPG „Am Welsbacher Grund“.

In den Jahren 1959/60 begann man mit der Erschließung der Quellen. 1962 wurde durch das Dorf die Wasserleitung nach Altengottern gebaut. Kleinwelsbach wurde erst viel später an das öffentliche Netz angeschlossen.

Kleinwelsbach versorgt folgende Ortschaften mit Wasser:

Durch den mit der Erschließung verbundenen Brunnenbau trocknete der Karpfenteich aus. Heute erinnert lediglich eine leichte Bodenvertiefung an den ehemaligen Teich.

1964 wurde die Kirche auf Veranlassung des Pfarrers Jäckel „ausgeräumt“. Das Gestühl und die Empore wurden rausgerissen und verbrannt. Die hölzerne und überdachte Außentreppe zur Empore musste ebenfalls weichen. Der Turmraum wurde durch eine Mauer abgetrennt nachdem die Kirche leer war. In diesen abgetrennten Raum wurde die Heizung eingebaut. Hier findet – außer am Heiligen Abend – im Winter der Gottesdienst statt.

1969 kam das Aus für die Kleinwelsbacher Bahnstation (Linie Bad Langensalza-Haussömmern). Nach der Stilllegung des Bahnbetriebes wurden Schienen und Schwellen entfernt. Der Bahndamm diente dann als Panzerstraße.
Im gleichen Jahr wurde ein Buswendeplatz angelegt. Ab November 1969 begann der regelmäßige Busverkehr.

1971 wurde die Bushaltestelle in Eigenleistung erbaut.

1975 bekam auch Kleinwelsbach endlich Wasseranschluss.

1977 wurde durch das Landbaukombinat Bad Langensalza das neue Feuerwehrhaus in der Wassergasse erbaut.

1981 wurde die neue Straßenbeleuchtung in Betrieb genommen. Sie umfasste 31 Lampen.

1982 reparierten Kurt Werner und Gerhard Zier die Kirchturmuhr. Sie war seit 1963 defekt.

Seit 1982 befand sich die Poststelle in der Sackgasse Nr. 31. Vorher war sie von 1954 – 1980 im Hause Lehmgrube 17 untergebracht. Zwischen 1980 und 1982 hatte sie ihren Platz im Hause Am Bach 8.

Am 06.10.1984 wurde im ehemaligen Bahnhof ein Jugendzimmer eingeweiht. Den Umbau organisierte die Jugend selbst. Heute steht das Bahnhofsgebäude leer und ist dem Verfall preisgegeben.

1985 im August wurde auf dem Gelände der Gemeindeschenke eine Kegelbahn erbaut. Heute wird diese nicht mehr genutzt.

1986 wurde der Kirchturm geschiefert und die Kirche von innen gestrichen. Die Außenfassade wurde auch erneuert.

1990 am 18.03. fand die erste freie Volkskammerwahl statt. Zu diesem Zeitpunkt gab es 109 Wahlberechtigte in Kleinwelsbach.

1991 wurde durch ABM-Kräfte der alte Backofen in der Schenke heraus-gerissen. An seiner Stelle befinden sich heute moderne Toiletten und ein Gemeinschaftsraum. Ebenfalls in diesem Jahr wurde das alte Feuerwehrhaus abgerissen. An dieser Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.

Am 31.04.1991 wurde der Dorfkonsum endgültig geschlossen. Von nun an hatten die Dorfbewohner keine Verkaufsstelle mehr. Seit dieser Zeit besteht die Möglichkeit für Einkäufe an so genannten Verkaufswagen.

Im April 1992 wurde die Poststelle geschlossen. Seitdem wird das Dorf von einem Postauto beliefert.

Seit 1994 gehört Kleinwelsbach zur Verwaltungsgemeinschaft Schlotheim. Vorher war der Ort selbständig.

1995 wird durch die PROMO auf dem ehemaligen Bahndamm ein Radweg angelegt. Er wurde in Richtung Großwelsbach bis zur Untermühle und in Richtung Kirchheilingen bis zum Stadtweg von hiesigen und Beschäfigten aus Großwelsbach gebaut. Später wurde er in beide Richtungen von Beschäftigten aus anderen Orten noch vervollständigt.

1998 wurde das neue Feuerwehrhaus auf dem Schenkshof erbaut.
Seit diesem Jahr ist die Gemeindeschenke geschlossen. Bis dahin war die Schenke mit Unterbrechungen und wechselnden Wirten geöffnet.

2000 wird die Schenke von außen renoviert.

2001 im Winter ist der Rinderstall der ehemaligen LPG geschlossen worden.

2001 gab es ein spätes Frühjahr. Im Frühjahr wurde mit einer Generalreparatur am Kirchturm begonnen. Sie dauerte bis zum Sommer. Dabei wurde der Glockenstuhl repariert.

Im Laufe der Jahre wurde Kleinwelsbach von mehreren Unwettern heimgesucht. Diese werden im Folgenden genannt.

Ausführlicher wird die Geschichte hier beschrieben. - Aus diesem Dokument wurden auch die obigen Daten entnommen.